Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen

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Mehr als die Spitze des Eisberges: Antisemitismus

Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Er hat viele Gesichter, ist anpassungsfähig und tritt häufig versteckt auf. Auch in der Jugendarbeit wird er zunehmend als Problem wahrgenommen. Antisemitischen Ressentiments in der sozialarbeiterischen Praxis konstruktiv zu begegnen, ist daher häufig mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden: Zunächst müssen antisemitische Codes und Denkweisen überhaupt als solche erkannt werden. Außerdem fehlt es häufig an befriedigenden Handlungs- und Argumentationsstrategien, um diesen entgegenzuwirken.

Die Fortbildungsreihe möchte MultiplikatorInnen der integrativen und interkulturellen außerschulischen Jugendarbeit dabei unterstützen, diese Hürden zu überwinden. Um Unsicherheiten im Umgang mit Antisemitismus abzubauen, setzen wir uns gemeinsam mit seinen Funktions- und Erscheinungsweisen auseinander und diskutieren verschiedene Handlungsoptionen im Umgang mit diesen.

Die Reihe wird in drei Jahren sieben Veranstaltungen umfassen. In den Jahren 2020 und 2021 finden jeweils zwei Fortbildungen statt; 2022 sind es drei. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt. Falls eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein sollte, wird diese online stattfinden.

Für die Teilnahme an allen Fortbildungen wird eine Teilnahmeurkunde ausgestellt. Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

Die Fortbildungsreihe wird in Kooperation mit Hatikva e.V. und KIgA e.V. durchgeführt.

In allen Veranstaltungen fließen sozialarbeiterische und pädagogische Perspektiven und Fragestellungen mit ein.

 

9. Juli 2020: Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus

Im Workshop erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über die historische Entwicklung des Antisemitismus, ausgehend von der Antike über den christlichen Antijudaismus des Mittelalters und den rassistischen Antisemitismus der Moderne bis hin zu den in unserer Gesellschaft gegenwärtigen Formen.

Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die Wirkmächtigkeit und die lange Tradition bestimmter antisemitischer Stereotype und Vorurteile gelegt werden.

Außerdem werden anhand von Fallbeispielen aus der pädagogischen Praxis und in Diskussion mit den Teilnehmenden Handlungsoptionen bei der Begegnung mit antisemitischen Denkmustern und Ressentiments erarbeitet.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Hatikva e.V.

Wir beginnen 10 Uhr und sind spätestens 15 Uhr fertig. Zwischendurch ist eine Mittagspause geplant.

Ort: Grüne Ecke Dresden, Bischofsplatz 6, 01097 Dresden.

Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

26. November 2020: Verschwörungsmythen und antisemitischer Antikapitalismus

Die Veranstaltung widmet sich einem Problemfeld, das nicht immer aber häufig mit Antisemitismus verknüpft ist: Verschwörungsmythen. Sind sie nur skurrile Spinnereien oder auch gefährlich? Wie kann man sie erkennen und wie sollte man mit ihnen im pädagogischen Kontext umgehen?

16. April 2021: Geschichte und Erinnerung als Gegenstand historisch-politischer Bildung mit Geflüchteten

In diversen Gesellschaften treffen divergierende historische Perspektiven und Erinnerungskulturen aufeinander, die antisemitische Wirklichkeitskonstruktionen beinhalten können. Was kann historisch-politische Bildung unter den Bedingungen von Wandel, Flucht und Migration leisten? Erfahrungen aus dem Projekt Discover Diversity vom KIgA e.V., das gemeinsam mit geflüchteten Menschen neue Zugänge entwickelt, werden beleuchtet.

Herbst 2021: Sekundärer Antisemitismus

Seit dem Ende des Holocausts möchte in Deutschland niemand mehr als ‚Antisemit‘ gelten. Der Antisemitismus ist deswegen aber nicht gleich aus der Mehrheitsgesellschaft verschwunden, sondern tritt nun über Umwege in Erscheinung. Sekundärer Antisemitismus ist ein „Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz“ und ist eng verwoben mit Fragen des Erinnerns und Nicht-Erinnerns.

Frühjahr 2022: Israelbezogener Antisemitismus

Israelbezogener Antisemitismus geht häufig einher mit klassischen antisemitischen Stereotypen. Er richtet sich häufig gegen Israel als jüdischen Staat und Juden*Jüdinnen weltweit. Die Veranstaltung versucht ein wenig Licht in das komplexe Dickicht des „Nahostkonflikts“ zu bringen, verschiedene Perspektiven zu beleuchten und dadurch zentrale antiisraelische Stereotype zu dekonstruieren.

Sommer 2022: Motivationen antisemitischen Denkens und Handelns

Wodurch entstehen antisemitische Stereotype? Warum sind antisemitische Vorurteile so anschlussfähig? Was motiviert zum Antisemitismus? Die Klärung dieser Fragen ist notwendige Voraussetzung für eine antisemitismuskritische Praxis.

Herbst 2022: Handlungsoptionen gegen Antisemitismus

Zum Abschluss der Reihe setzen wir uns noch einmal intensiv mit Handlungsstrategien gegen Antisemitismus auseinander. Hier werden verschieden Ansätze aus der sozialarbeiterischen und pädagogischen Praxis vorgestellt, diskutiert und auf Vor- und Nachteile sowie Fallstricke überprüft.