Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen

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Mehr als die Spitze des Eisberges: Antisemitismus

Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Er hat viele Gesichter, ist anpassungsfähig und tritt häufig versteckt auf. Auch in der Jugendarbeit wird er zunehmend als Problem wahrgenommen. Antisemitischen Ressentiments in der sozialarbeiterischen Praxis konstruktiv zu begegnen, ist daher häufig mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden: Zunächst müssen antisemitische Codes und Denkweisen überhaupt als solche erkannt werden. Außerdem fehlt es häufig an befriedigenden Handlungs- und Argumentationsstrategien, um diesen entgegenzuwirken.

Die Fortbildungsreihe möchte MultiplikatorInnen der außerschulischen Jugendarbeit dabei unterstützen, diese Hürden zu überwinden. Um Unsicherheiten im Umgang mit Antisemitismus abzubauen, setzen wir uns gemeinsam mit seinen Funktions- und Erscheinungsweisen auseinander und diskutieren verschiedene Handlungsoptionen im Umgang mit diesen.

Die Reihe wird in drei Jahren sieben Veranstaltungen umfassen. In den Jahren 2020 und 2021 finden jeweils zwei Fortbildungen statt; 2022 sind es drei. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt. Falls eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein sollte, wird diese online stattfinden.

Für die Teilnahme an allen Fortbildungen wird eine Teilnahmeurkunde ausgestellt. Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

Die Fortbildungsreihe wird in Kooperation mit Hatikva e.V. und KIgA e.V. durchgeführt.

In allen Veranstaltungen fließen sozialarbeiterische und pädagogische Perspektiven und Fragestellungen mit ein.

 

23.09.2021: Sekundärer Antisemitismus

Seit dem Ende des Holocausts möchte in Deutschland niemand mehr als ‚Antisemit‘ gelten. Der Antisemitismus ist deswegen aber nicht gleich aus der Mehrheitsgesellschaft verschwunden, sondern tritt nun über Umwege in Erscheinung. Sekundärer Antisemitismus ist ein „Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz“ und ist eng verwoben mit Fragen des Erinnerns und Nicht-Erinnerns. Die Fortbildung beschäftigt sich aus pädagogischer und sozialarbeiterischer Perspektive mit den Möglichkeiten eines kritischen Umgangs mit diesen Phänomenen. 

In Kooperation mit KIGA e.V.

Wo? Goethe-Institut, Königsbrücker Str. 84, 01099 Dresden (Bei steigenden Corona-Infektionszahlen behalten wir uns vor, die Veranstaltung online durchzuführen.)

Wann? 10 - max. 17 Uhr (inklusive Pausen und einem warmen Mittagessen)

Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

Frühjahr 2022: Israelbezogener Antisemitismus

Israelbezogener Antisemitismus geht häufig einher mit klassischen antisemitischen Stereotypen. Er richtet sich häufig gegen Israel als jüdischen Staat und Juden*Jüdinnen weltweit. Die Veranstaltung versucht ein wenig Licht in das komplexe Dickicht des „Nahostkonflikts“ zu bringen, verschiedene Perspektiven zu beleuchten und dadurch zentrale antiisraelische Stereotype zu dekonstruieren.

Sommer 2022: Motivationen antisemitischen Denkens und Handelns

Wodurch entstehen antisemitische Stereotype? Warum sind antisemitische Vorurteile so anschlussfähig? Was motiviert zum Antisemitismus? Die Klärung dieser Fragen ist notwendige Voraussetzung für eine antisemitismuskritische Praxis.

Herbst 2022: Handlungsoptionen gegen Antisemitismus

Zum Abschluss der Reihe setzen wir uns noch einmal intensiv mit Handlungsstrategien gegen Antisemitismus auseinander. Hier werden verschieden Ansätze aus der sozialarbeiterischen und pädagogischen Praxis vorgestellt, diskutiert und auf Vor- und Nachteile sowie Fallstricke überprüft.

VERGANGENE FORTBILDUNGEN

Zusatzveranstaltung am 3. Juni 2021:

Fluchtpunkte© _erinnern.at_ 

 

Wie kann ich mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen Lern- und Reflexionsprozesse über den »Nahen Osten« in Gang setzen und dabei der Komplexität des Themas gerecht werden? Wie kann eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und mit der europäischen (Nahost-)Politik verbunden werden?

Das Anne Frank Zentrum und _erinnern.at_ veröffentlichten 2019 das Lernmaterial »Fluchtpunkte. Bewegte Lebensgeschichten zwischen Europa und Nahost«. Anhand von sieben Lebensgeschichten zeigt es Verflechtungen der deutschen und österreichischen Geschichte mit jener des arabisch-jüdischen "Nahen Ostens" auf. Der biografische Ansatz erleichtert Jugendlichen die Annäherung an die vielfältigen geschichtlichen Zusammenhänge und ermöglicht Diskussionen über geschichtliche und politische Prozesse sowie über Identitätsbilder und Geschichtserzählungen.

In sechs Lernmodulen werden Flucht, Migration, Rassismus und Antisemitismus thematisiert und dabei sowohl zwischen der Ebene weltpolitischer Konflikte und einzelnen Lebensgeschichten vermittelt als auch zwischen Geschichte und Gegenwart.

Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikator*innen, die innerhalb oder außerhalb der Schule mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ab 14 Jahren zu den Themen des Lernmaterials arbeiten wollen. Das Material ist kostenfrei online erhältlich unter www.fluchtpunkte.net.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum.AFZ Logo

 

Wo? Online via Zoom. Alle relevanten Informationen zur Teilnahme schicken wir euch nach eurer Anmeldung rechtzeitig zu.

Wann? am 3. Juni 2021 von 13 Uhr bis 17 Uhr. Zwischendurch ist eine Pause geplant.

Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

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16. April 2021: Geschichte und Erinnerung als Gegenstand historisch-politischer Bildung mit Geflüchteten

In diversen Gesellschaften treffen divergierende historische Perspektiven und Erinnerungskulturen aufeinander, die antisemitische Wirklichkeitskonstruktionen beinhalten können. Was kann historisch-politische Bildung unter den Bedingungen von Wandel, Flucht und Migration leisten? Erfahrungen aus dem Projekt Discover Diversity vom KIgA e.V., das gemeinsam mit geflüchteten Menschen neue Zugänge entwickelt, werden beleuchtet.

Start: 10 Uhr

Voraussichtliches Ende: 16,30 Uhr

(zwischendurch sind eine einstündige Mittagspause und mehrere kleine Pausen geplant)

Zusatzveranstaltung am 11. März 2021: Antisemitismus und Antikapitalismus

Die Fortbildung beleuchtet antisemitische Logiken in historischen und aktuellen Erscheinungsformen des Antikapitalismus. Wir gehen der Frage nach, wo sich dieser auf die bloße Ablehnung von vermeintlichen oder echten Eliten beschränkt. Auch beschäftigen wir uns mit dem Problem, wie Kapitalismuskritik nicht-antisemitisch geübt werden kann und setzen uns mit Verhaltensstrategien gegen antisemitischen Antikapitalismus in der pädagogischen Praxis auseinander.

 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Hatikva e.V.

Wo? Online via Zoom. Alle relevanten Informationen zur Teilnahme schicken wir euch nach eurer Anmeldung rechtzeitig zu.

Wann? am 11. März 2021 von 10 Uhr bis spätestens 16,30 Uhr. Zwischendurch ist eine Mittagspause geplant.

Für wen? Die Fortbildung richtet sich an Multiplikator*innen der interkulturellen, integrativen oder außerschulischen Jugendarbeit.

Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

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26. November 2020: Verschwörungsmythen und antisemitischer Antikapitalismus

In Krisenzeiten haben sie Konjunktur: Fake News, Verschwörungserzählungen, Verschwörungsmythen. Diesem Problemfeld möchte sich die zweite Veranstaltung in unserer Reihe "Antisemitismus - Mehr als die Spitze des Eisberges" widmen.

Nicht immer sind Verschwörungsmythen antisemitisch, aber meist sind sie es zumindest strukturell. Sie liefern einfache Erklärungen für komplexe Zusammenhänge und die Sündenböcke gleich dazu.

Oft erscheinen sie lächerlich oder skurril, doch sie sind demokratiefeindlich und gefährlich! Ein aktuelles und erschreckendes Beispiel dafür ist der Anschlag von Halle vor einem Jahr, am 9. Oktober 2019.

Doch wie erkennt man Verschwörungsmythen? Und wie kann man ihnen im pädagogischen Kontext begegnen?

 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Hatikva e.V.

Wo? Online via Zoom statt. Alle relevanten Informationen zur Teilnahme schicken wir euch nach eurer Anmeldung rechtzeitig zu.

Wann? 10 Uhr bis 16 Uhr Zwischendurch ist eine Mittagspause geplant.

Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.

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9. Juli 2020: Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus

Im Workshop erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über die historische Entwicklung des Antisemitismus, ausgehend von der Antike über den christlichen Antijudaismus des Mittelalters und den rassistischen Antisemitismus der Moderne bis hin zu den in unserer Gesellschaft gegenwärtigen Formen.

Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die Wirkmächtigkeit und die lange Tradition bestimmter antisemitischer Stereotype und Vorurteile gelegt werden.

Außerdem werden anhand von Fallbeispielen aus der pädagogischen Praxis und in Diskussion mit den Teilnehmenden Handlungsoptionen bei der Begegnung mit antisemitischen Denkmustern und Ressentiments erarbeitet.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Hatikva e.V.

Wir beginnen 10 Uhr und sind spätestens 15 Uhr fertig. Zwischendurch ist eine Mittagspause geplant.

Ort: Grüne Ecke Dresden, Bischofsplatz 6, 01097 Dresden.

Zur Anmeldung benutzt bitte unser Kontaktformular.