Jugendwohnzimmer to-go

Unsere Erkenntnisse

Nach dem ersten Jahr: Übernachtungsformate funktionieren besser im ländlichen Raum

Im ersten Projektjahr wurde deutlich, dass Veranstaltungen mit Übernachtung besonders gut angenommen werden und dass es gelingt, transkulturelle statt nur interkulturelle Jugendbegegnungen zu schaffen. Somit konnten Themen wie soziale Gerechtigkeit tiefer bearbeitet werden, und die Jugendlichen kamen gerne aufs Land. Tagesmaßnahmen hingegen funktionierten im ländlichen Raum nicht so erfolgreich wie erwartet. Aus diesem Grund wurde das Angebot angepasst: Es gibt nun zwei Jugendcamps mit drei Übernachtungen mit Zelten im Sommer sowie zwei Jugendbegegnungen in Jugendherbergen in der kalten Jahreszeit.

Nach dem zweiten Jahr: Partizipation und Eigenverantwortung

Im zweiten Jahr wurde klar, dass viele Teilnehmende bereits als Jugendleiter:innen aktiv sind und die Inhalte am liebsten selbst mitgestalten möchten. Zudem zeigte sich, dass humorvolle Reels ein wirksames Format sind, um die Zielgruppe zu erreichen. Daraus entstand die Idee, die Teilnehmenden aktiv in die Erstellung von Reels einzubinden. Deshalb werden sie künftig noch stärker in die Planung und Durchführung der Workshops einbezogen.

Im dritten Jahr: Inklusion und Sicherheit

Im dritten Projektjahr stehen Inklusion und Sicherheit stärker im Mittelpunkt. Wir beschäftigen uns damit, wie wir unsere Angebote für junge Menschen mit Behinderung zugänglicher gestalten und ihre gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen können.

Ein Vorfall bei einem Übernachtungsangebot in finnischen Hütten in der Gemeinde Malschwitz machte zudem deutlich, wie wichtig der Schutz unserer Teilnehmenden ist. Lokale Jugendliche schüchterten unsere Gruppe ein, zu der junge Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung sowie in Deutschland geborene People of Color (PoC) gehörten, und randalierten im Bereich unserer Unterkunft. Dies führte zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit unserer Übernachtungsangebote. Zur Unterstützung wurden das Kulturbüro Sachsen und die RAA Sachsen einbezogen.

Als konkrete Konsequenz begleitet nun ein PoC-Jugendleiter mit Jugendleiter:innen-Card (Juleica) und einer Qualifikation im Sicherheitsgewerbe nach § 34a GewO unsere Übernachtungsangebote. Damit stärken wir die pädagogische Begleitung und den Schutz der Gruppe. Unser Ziel bleibt, Räume zu schaffen, in denen sich junge Menschen sicher, willkommen und als selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft erleben können.